HSG Freiburg – SG Muggensturm/Kuppenheim 23:27 (10:16)

SGMK siegt in Freiburg

Die SG Muggensturm/Kuppenheim ist an der Spitze der Südbadenliga angekommen. Sie gewann am Tag der deutschen Einheit bei der HSG Freiburg mit 27:23 (16:10). „Schön, dass wir an die Tabellenführung angeklopft haben. Das war doch ein guter Auftakt für den schweren Oktober“, meinte SG-Leiter Carl Josenhans. SG-Trainer Niki Wagner bilanzierte: „Die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte haben mir nicht gefallen. Aber es ist alles andere als selbstverständlich, in Freiburg einen Sieg einzufahren.“

Der SGMK Mittelblock zeigte sich erneut von seiner besten Seite: Mathias Herbst und Jascha Lehnkering erklärten sich für die besonderen Defensivaufgaben mehr als einsatzbereit. Jan Unser stand erstmals seit seiner arbeitsbedingten Pause wieder auf dem Bogen, allerdings übernahm zunächst Samuel Josenhans viel Verantwortung. Drei der ersten vier Treffer gingen auf die Kappe des Youngsters. Benjamin Hofmann traf dann in der achten Minute mit seinem zweiten Siebenmeter zum 3:5. Die Freiburger hatten etwas Wurfpech, blieben aber mehrfach auch an der 6:0-Deckung der Spielgemeinschaft hängen. Fabian Grieb sorgte für das erste Vier-Tore-Polster, die Roten nahmen nach fünfzehn Minuten ihr Team-Timeout. „Unser Spiel hat anfangs sehr gut funktioniert“, lobte Benny Hofmann. „Die HSG hat in der Abwehr gar keinen Zugriff auf unser Spiel bekommen.“

An der Dominanz änderte sich auch nach der kurzen Unterbrechung nichts. Die SG markierte in reger Folge ihre Tore. Marvin Charles erhöhte aus dem rechten Flügel zum 7:13. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste ihre Angriffe erfolgreich abgeschlossen. Beste Stimmung verbreiteten die, trotz der zähen Fahrt ins Breisgau, zahlreich angereisten Fans. HSG-Trainer Maxi Wachter kritisierte seine Defensive: „Das war zu passiv, so schafft man beim Gegner keine Rhythmusstörungen.“ Dann sahen die Zuschauer einen ersten Fehlpass der bis dahin absolut souveränen Mannschaft. Auch erste Fehlwürfe schlichen sich ein. Die Freiburger hatten die Abwehr offensiver eingestellt, konnten bis zur Pause aber nicht verkürzen, es stand 10:16.

Nach Wiederbeginn sah es überhaupt nicht so aus, als ob die SG ihr souveränes Spiel fortsetzen könnte. Bis auf Samuel Josenhans‘ 14:17 in der 34. Minute fand kein Ball mehr den Weg ins Heimtor. Im Handball kann es manchmal so verdammt schnell gehen, einige Unaufmerksamkeiten kamen der SG teuer zu stehen. Sie kassierte sechs Gegentreffer in dreizehn Minuten. Plötzlich hieß es 16:17. Die SG wankte nun, die anvisierte Tabellenführung drohte in die Breisach zu kippen. „Es war klar, dass es nicht so wie in den ersten 30 Minuten weitergehen konnte“, meinte Benny Hofmann. „Aber plötzlich waren wir gar nicht mehr fokussiert. Mit den ersten dreizehn Minuten nach der Pause bin ich so gar nicht einverstanden.“ Die Gerhard-Graf-Halle war aus dem Häuschen, aber die SGMK zeigte jetzt ihr wahres Gesicht. Johannes Milbich war auf dem Feld und ausgerechnet er sorgte neu von der Bank gekommen für Impulse, MuKu wechselte wieder auf die Überholspur. Die doppelte Manndeckung wurde mehrmals ausgehebelt, es stand 17:23 in der 49. Min, davon drei Milbich-Tore und ein Welzer Siebenmeter. Die SG hatte wieder die Kontrolle über das Geschehen. Die Gastgeber versuchten es mit einer vorgezogenen Abwehrspitze gegen Benny Hofmann. Das zeigte Wirkung und die Mittelbadener ließen sich erneut aus dem Tritt bringen. Timo Friedrich verwandelte einen Gegenstoß zum 20:23. Wieder Milbich zum 20:24, gefolgt von einem Abschluss vom Kreis durch Christoph Muy in der 53 (21:24). Jetzt wurde es sehr zäh, weil die Torhüter auf beiden Seiten alles hielten. Erst Benny Hofmann in der 56. erzwang von außen das entscheidende Tor, dann noch eins von Andre Treiber in das leere HSG-Tor, die Messe war gesungen. Die Schlachtenbummler hatten allen Grund mit ihren Lieblingen zu feiern. Respekt hatten sich aber auch die Freiburger verdient. „Meine Mannschaft hat wirklich Wirkungstreffer mit der offensiven Abwehr gesetzt, da wackelte die SGMK, die ich zu den vier besten Mannschaften dieser Saison zähle“, fand HSG Trainer Maxi Wachter. Am Geburtstag lautete Niki Wagners kurzes Fazit: „Abgehakt“, da man sich umgehend auf das Heimspiel gegen Herbolzheim am Sonntag vorbereiten muss.

HSG Freiburg:
Jonathan Elias Trumpf, Timo Friedrich 1, Dennis Ganter 5/2, Christoph Muy 3, Julian Kirchner 1, Andreas Motz, Jannis Konrad 3, Niklas Ahrens, Yannik Ahrens, Jonathan Boomgaarden 1, Hannes Kurz 4/1, Fabrice Maier 4/1, Jakob Hoffmann 1, Simon Stecher

SGMK:
Samuel Josenhans 5, Mathias Herbst, Robin Ziegler, Jan Unser 1, Ricardo Hörth 4, Jascha Lehnkering, Fabian Grieb 2, Dominik Zaum, Benjamin Hofmann 5/4, Robin Welzer 2/1, Samuel Huber, Marvin Charles 3, André Treiber 1, Johannes Milbich 4

Schiedsrichter:
Bernd Himmelsbach (HSG Ortenau Süd)
Roland Littenecker (TuS Ottenheim)